Richtlinien

Richtlinien

Der Einsatz von KI in Studium, Lehre und Prüfungen braucht klare Regeln, die mit der Entwicklung Schritt halten. Es gilt die KI-Leitlinie der UdK Berlin in ihrer jeweils aktuellen Fassung.

Die wichtigsten Regeln in Kürze

  • KI darf Arbeit abnehmen, aber nicht das Denken.
  • Wähle das Modell passend zur Aufgabe.
  • Das Modell gibt dir gern recht. Das ist ein Risiko, kein Kompliment.
  • Respektiere Datenschutz und Urheberrecht: Wessen Gesicht, Stimme oder Werk steckt im Input? (Das gilt auch für Lehrende, die Arbeiten von Studierenden prüfen.)
  • Für maximalen Schutz deiner Daten: wir erfassen und speichern nicht, was Nutzer fragen oder was das Modell antwortet.

Unsere Vision für Lehre im Zeitalter von GenKI – ein Manifest

Lehre muss die technologischen Grundlagen von GenKI vermitteln, auf individuelle Wissensbestände von Studierenden reagieren und setzt informierte Dozierende im Bereich voraus. Diese Elemente sind notwendig für jede praktische Anwendung – wie künstlerisch-experimentelle Arbeit und kritische Reflexion – unabhängig davon, ob GenKI letztlich genutzt wird oder nicht. Dazu gehört das Wissen um Funktionsweisen, aber auch um die sozialen und ökologischen Kosten der Technologie. Eine GenKI-Literacy setzt dabei keine Tool-Nutzung voraus: Es sollte Studierenden und Dozierenden freigestellt sein, ob sie GenKI einsetzen oder nicht.

Lehre muss ein differenziertes Skillset für den Umgang mit GenKI vermitteln. Dazu zählt die Fähigkeit der Studierenden zur kritischen Bewertung von Ergebnissen auf der ästhetischen, inhaltlichen und ethisch-sozialen Ebene. Um diese Fähigkeit zu erwerben, muss eine unmittelbare und wiederholte Auseinandersetzung mit dem „Material“ sichergestellt, in der Lehre geleistet und der Anwendung von GenKI vorgelagert werden.

Was wir hier unter Auseinandersetzung verstehen, ist ein maßgeblich von, mit und für Menschen geleiteter und gestalteter Bildungsprozess.

Lehre muss anerkennen, dass GenKI kein klassisches Werkzeug mehr ist, sondern dass wir zu ihr in einem komplexen – dialogischen wie praktischen – „koproduktiven“ Verhältnis stehen. Genau dieses Verhältnis muss von und in der Lehre definiert, reflektiert und ausgearbeitet werden.

GenKI-Werkzeugen ist nur begrenzt zu vertrauen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, dass der Nutzung eine kritische Haltung vorausgehen muss (s. § 1). Kritisch zu sein bedeutet nicht automatisch, eine Nutzung grundsätzlich zu verweigern.

Lehre in künstlerischen Kontexten erfordert andere – praktische wie reflexive – Zugänge zu GenKI als in wissenschaftlichen Kontexten. Den Spezifika der Disziplinen ist in einem fortlaufenden, kritischen Prozess Rechnung zu tragen. Einzeldisziplinen müssen ihre eigenen Zugänge eigenverantwortlich weiterentwickeln können.

Lehre darf rechtliche Fragen des Datenschutzes bei der Nutzung von GenKI nicht negieren und muss diese proaktiv verhandeln. Dies gilt insbesondere für eine Situation, in der noch keine für alle Disziplinen verbindlichen Leitlinien existieren. Eine Universität muss sich hierbei klar positionieren – etwa im Hinblick auf mögliche Verletzungen von Persönlichkeits- oder Urheberrechten. Der Einsatz lokal installierter Open-Source-Modelle sollte priorisiert werden, um eine sichere und datenschutzkonforme Nutzung zu gewährleisten.

Lehre muss den emergierenden professionellen Praxisformen vor dem Hintergrund eines sich verändernden Bildungshorizonts Rechnung tragen. Dass neue Praktiken unter Verwendung von GenKI entstehen, bedeutet zugleich, dass klassische Praxisformen an Relevanz gewinnen (s. § 1).

Lehre muss auf die Vermittlung von Aneignungsprozessen fokussieren – Prozesse werden relevanter als Ergebnisse. Experimentieren, Spielen und „Basteln“ werden zu zentralen Grundfähigkeiten in einer Zeit rapider technologischer Innovation. Das Grundwissen im Zeitalter von GenKI erfordert eine breitgefächerte Meta-Expertise, die sich auf verschiedenste Disziplinen anwenden lässt.

Lehre selbst kann in ihrer Essenz nicht durch GenKI ersetzt oder automatisiert werden. Präsenz, interpersonelle Kommunikation und körperliche Anwesenheit bleiben Kernbestandteile einer Lehre der Zukunft.